Schweizerische Volkspartei

Bezirk Dielsdorf

Geschichte - Die SVP des Bezirks Dielsdorf

Der grosse Bauerntag in Niederglatt

Das war ein Ereignis: Gegen 200 Bauern aus der näheren und weiteren Umgebung versammelten sich am 21. Februar 1915 im Niederglatter Löwensaal. Zwei Vorträge waren angekündigt.

Es sprachen der Agrarwissenschafter Dr. H. Volkart von der Eidg. Samenkontrollstation zum Thema „Ackerbau“ und der ortsansässige Landwirtschaftslehrer Jakob Trachsler über die Bedeutung und Möglichkeiten einer „kräftigeren“ Bauernpolitik. Beiden Themen waren hochaktuell, denn seit einem halben Jahr stand halb Europa im Krieg. Jakob Trachslers Worte fanden aufmerksame Zuhörer: Der Zusammenschluss aller Landwirtschaftlichen Vereine und Genossenschaften zu einem kräftigen Bezirksbauernverein ist nicht nur nötig zur Förderung wirtschaftliche Fragen, sondern auch opportun mit Bezug auf eine kräftige und geschlossene Bauernpolitik.

In der Folge wurde eine Kommission bestellt, mit dem Auftrag die Gründungsversammlung vorzubereiten.

Gründung des Landwirtschaftliche Bezirksvereins – die Geburtsstunde der Bauernpartei

Am 4. Februar 1917, zwei Jahr nach diesem Beschluss war es dann soweit: Die Gründung des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Dielsdorf konnte über die Bühne gehen.

Zu diesem Zeitpunkt bestand weder eine zürcherische noch eine bernische Bauernpartei. Erst am 4. März 1917 beschloss die Delegiertenversammlung des Zürcher Landwirtschaftlichen Kantonalvereins, seine „Grosse politische Kommission“ durch eine Bauernpartei zu ersetzen, während der Berner Rudolf Minger seine BGB erst am 28. September 1918 auf die Beine stellte. Obwohl ein Verein war der Landwirtschaftliche Bezirksverein im Volksmund von Beginn weg die Bauernpartei.

Schon früh erkannte der Vorstand, dass eine Partei, die sich nur auf die eigenen Interessen beschränkt (Landwirtschaft) irgendwann mit dem staatsbürgerlichen Bedürfnis nach Zusammengehörigkeit in Konflikt gerät – so wie auch heute, die sogenannten „Einthemenparteien“ nur eine kurze Lebenszeit aufweisen.

Die Berner waren hier für einmal schneller. Sie haben ihre Partei von Anbeginn im Volk breiter abgestützt.

Umbenennung in Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB)...

Erst im Jahre 1948 war es soweit. Die Delegiertenversammlung stimmte einer Umbenennung zur Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei zu. Damit bekannten sich die Landwirte im Bezirk Dielsdorf zur einer bürgerlichen Politik mit breiter Abstützung.

... und heute – die Schweizerische Volkspartei (SVP)

Heute, mehr als 60 Jahre später, lässt sich feststellen, dass unsere Bezirkspartei mit der politischen Entwicklung Schritt gehalten hat. Sowohl der Mitgliederbestand als auch die Zusammensetzung bestätigen die längst vollzogene Öffnung der Partei. Sie politisiert frei jeglicher Berufsverpflichtung und setzt sich ein, für die Interessen einer breiten Öffentlichkeit. Der eingeschlagene Weg, nämlich eine Mischung aus konservativem (bewahrendem) Denken, Schritthalten mit der technischen Entwicklung und Anerkennung gesellschaftlicher Veränderungen, ist gesellschaftspolitisch zukunftsfähig.

Samuel Ramseyer, Bezirkspräsident

Alt Kantonsrat

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